„Schreib mal einen Entwurf, ich unterschreibe dann.“ Diesen Satz hören viele beim Abschied, besonders in Betrieben ohne Personalabteilung. Er klingt nach Vertrauen und ist eine echte Aufgabe. Wer Zeugnissprache nicht kennt, schreibt „Sie hat ihre Aufgaben zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt“ und hat sich damit eine Drei gegeben.
Was der Satz über die Leistung aussagt
Kurz gesagt: „Stets zu unserer vollen Zufriedenheit“ ist in der Zeugnissprache die Note gut. Darüber liegt nur „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“, der Satz für sehr gut. Das Wort „stets“ betrifft die Dauer der Leistung, die Stufe „vollen“ oder „vollsten“ die Höhe des Lobes.
Der Satz mit dem Wort „Zufriedenheit“ ist das Gesamturteil über die Leistung. Er bündelt, was im Zeugnis vorher einzeln bewertet wurde: Fachwissen, Arbeitsweise, Arbeitstempo und Arbeitsergebnisse. Personalverantwortliche suchen ihn als Erstes, weil daraus die Note hervorgeht, ohne dass eine Ziffer im Zeugnis steht.
„Stets zu unserer vollen Zufriedenheit“ sagt zwei Dinge auf einmal. Die Leistung lag über der reinen Pflichterfüllung, und sie lag dort durchgehend, nicht nur in einzelnen Projekten oder guten Phasen.
Wer das Zeugnis für eine Bewerbung braucht, kann damit gut arbeiten: Ein Zeugnis mit der Note gut fällt niemandem negativ auf. Die Spitze ist es aber nicht. Für die Bestnote müsste im Satz „vollsten“ stehen, und fehlt umgekehrt das „stets“, rutscht dieselbe Formel auf befriedigend.
Die vier Stufen der Zufriedenheitsformel
Die Formel kennt vier gebräuchliche Stufen. Zwei Wörter entscheiden darüber, auf welcher davon ein Zeugnis landet:
- Note 1, sehr gut: „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“. Höchste Stufe, mehr gibt die Formel nicht her.
- Note 2, gut: „stets zu unserer vollen Zufriedenheit“. Dauerhaft gute Leistung, eine Stufe unter der Spitze.
- Note 3, befriedigend: „zu unserer vollen Zufriedenheit“. Hier fehlt das „stets“, die Leistung gilt damit als nicht durchgehend auf diesem Niveau.
- Note 4, ausreichend: „zu unserer Zufriedenheit“. Die Erwartungen wurden gerade erfüllt.
Diese Rangfolge ist gerichtlich abgesichert: Das Bundesarbeitsgericht hat sie in seinem Urteil 9 AZR 584/13 aus dem Jahr 2014 zugrunde gelegt. Wie die einzelnen Absätze eines guten Zeugnisses klingen, steht in der Übersicht der Formulierungen nach Note, und worauf es bei der Gesamtnote gut über alle Absätze hinweg ankommt, behandelt der Ratgeber zur Note 2 im Arbeitszeugnis.
Wenn der Satz in Ihrem Zeugnis steht
Lesen Sie das Zeugnis nicht nur bis zur Zufriedenheitsformel. Ein Gesamturteil mit der Note gut hält nur, wenn der Rest dazu passt. Drei Stellen verraten, ob das Zeugnis stimmig ist.
Die Aufgaben. Bleibt die Tätigkeit allgemein, trägt sie das Lob nicht. Je genauer die Beschreibung Ihrer Aufgaben ausfällt, desto glaubwürdiger wirkt die Note.
Das Verhalten. Der Verhaltenssatz nennt üblicherweise Vorgesetzte zuerst, dann Kolleginnen und Kollegen, bei Kundenkontakt auch Kunden. Fehlen die Vorgesetzten, wird das als Konflikt mit der Führung gelesen.
Der Abschluss. Dank, Bedauern über das Ausscheiden und gute Wünsche gehören zu einem guten Zeugnis. Fehlt das Bedauern, wirkt das Zeugnis trotz der starken Formel eine Stufe schwächer; wie der Abschluss sauber aussieht, steht im Ratgeber zum Schlusssatz des Arbeitszeugnisses.
Fällt Ihnen ein Widerspruch auf, sprechen Sie den Arbeitgeber an und schlagen Sie gleich eine Formulierung vor. Ob Ihnen eine bessere Bewertung zusteht, ist eine Rechtsfrage; dafür sind Gewerkschaft, Fachanwalt für Arbeitsrecht oder die Rechtsschutzversicherung die richtigen Stellen. Was im unterschriebenen Zeugnis Satz für Satz an Bewertung steckt, lässt sich auch beim Zeugnis prüfen nachsehen.
Wenn Sie das Zeugnis ausstellen
Als Aussteller setzen Sie mit der Formel die Gesamtnote. Sie steht am Ende der Leistungsbeurteilung, vor dem Satz zum Verhalten, und muss zu den Sätzen darüber passen. Wer die Arbeitsergebnisse als „über unseren Erwartungen“ beschreibt und dann nur „zu unserer vollen Zufriedenheit“ schreibt, erzeugt einen Widerspruch, den geübte Leser bemerken.
Üblich sind Sätze wie „Frau Berger erfüllte die ihr übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit“ oder „Herr Peters erledigte seine Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit“. Beide stehen in der dritten Person und in der Vergangenheit, sachlich und wohlwollend im Ton. Verzichten Sie auf Einschübe wie „im Rahmen seiner Möglichkeiten“ oder „er war stets bemüht“: Solche Zusätze gelten als versteckte Abwertung und machen aus einer guten Beurteilung ein schwaches Zeugnis.
Häufige Irrtümer
„Voll“ klingt nach Maximum. Umgangssprachlich ja, in der Zeugnissprache nein. Die Steigerung „vollsten“ ist sprachlich schief und in Zeugnissen trotzdem die Bestnote.
„Stets“ allein macht keine Eins. Das Wort sichert die Dauer, nicht die Höhe der Bewertung. Ohne „vollsten“ bleibt es bei gut.
Noten mit Komma. Zeugnisse kennen keine Werte wie 2,0 oder 1,7. Es gibt die Stufen der Formel und nichts dazwischen.
Ein starker Satz ersetzt kein starkes Zeugnis. Ziehen Aufgaben, Verhalten und Abschluss nicht mit, bleibt der Eindruck hinter der Formel zurück.
Entwurf mit der passenden Formulierung
Soll Ihr Zeugnis diese Formel tragen, brauchen Sie keinen fremden Mustertext abzuschreiben. Sie tragen Ihre Stichpunkte zu Position, Aufgaben und Wunschnote in das Formular ein und bekommen den Entwurf als Word-Datei und als PDF, dazu ein Erklärblatt, das jeden Satz mit seiner üblichen Bedeutung und Note zeigt. Das Eintragen dauert etwa 8 bis 10 Minuten, der Entwurf liegt nach etwa 15 Minuten im Postfach, der Preis beträgt 24,90 € inklusive Umsatzsteuer. Ist der Entwurf später als 60 Minuten nach der Zahlung da, erstatten wir auf Wunsch den vollen Preis und liefern ihn trotzdem. Zu den Angaben für Ihr Zeugnis
- Zeugnisentwurf aus Ihren Stichpunkten24,90 €Für Arbeitnehmer, die ihr Zeugnis vorschreiben sollen: Word und PDF in Ihrer Wunschnote, mit Erklärblatt für den Aussteller. Fertig in etwa 15 Minuten.
- Arbeitszeugnis für Arbeitgeber (29 € netto)34,51 €Für Betriebe ohne Personalabteilung: unterschriftsreif auf Ihrem Briefkopf, mit Logo, Word und PDF. Fertig in etwa 15 Minuten.
Dazu wählbar: Englische Fassung zum Entwurf für 14,90 €, Englische Fassung zum Arbeitgeber-Zeugnis (12 € netto) für 14,28 €.
Arbeitnehmer-Entwurf und Englisch dazu inklusive 19 % Umsatzsteuer. Arbeitgeber-Zeugnis 29 € zuzüglich Umsatzsteuer (34,51 € brutto), Englisch dazu 12 € zuzüglich Umsatzsteuer, nur für Unternehmer. Einmalpreis, kein Abo.
Das Bestellformular wird geladen.
Ist „stets zu unserer vollen Zufriedenheit“ eine Eins oder eine Zwei?
Eine Zwei, also die Note gut. Die Eins verlangt die Steigerung „vollsten“: „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“. Beide Sätze klingen ähnlich, liegen in der Zeugnissprache aber eine Stufe auseinander.
Was bedeutet es, wenn das Wort „stets“ fehlt?
„Zu unserer vollen Zufriedenheit“ ohne „stets“ gilt als befriedigend. Das Wort steht für die gleichbleibende Leistung über die ganze Beschäftigungszeit. Fehlt es, liest der nächste Arbeitgeber die Leistung als schwankend.
An welcher Stelle im Zeugnis steht die Zufriedenheitsformel?
Am Ende der Leistungsbeurteilung, nach den Sätzen zu Fachwissen, Arbeitsweise und Arbeitsergebnissen und vor dem Satz zum Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen. Steht sie an einer anderen Stelle oder fehlt sie im qualifizierten Zeugnis ganz, fällt das beim Lesen auf.
Kann ich eine bessere Formulierung verlangen?
Sie dürfen den Arbeitgeber darum bitten. Viele ändern einen Satz, wenn der Vorschlag fertig formuliert vorliegt und zur beschriebenen Tätigkeit passt. Ein Zeugnis muss wahr und zugleich wohlwollend sein. Ob Ihnen im Einzelfall eine bessere Bewertung zusteht, klären Gewerkschaft oder ein Fachanwalt für Arbeitsrecht.
