Wer im Zeugnis eine Eins bekommen soll, braucht in jedem Bereich die höchste Stufe. Personaler lesen das Gesamturteil und vergleichen dann die Sätze untereinander. Steht beim Fachwissen „umfassend“ und beim Arbeitserfolg nur „über den Erwartungen“, wirkt das Zeugnis wie eine Zwei mit einem Ausreißer nach oben. Für eine glaubwürdige Eins muss alles zusammenpassen.
Die Formulierungen für Note 1
| Bereich | Formulierung für sehr gut | Was sie trägt |
|---|---|---|
| Fachwissen | Sie verfügte über ein umfassendes und fundiertes Fachwissen, das sie stets sicher und zielgerichtet in der Praxis einsetzte. | „Umfassend“ und „souverän“ oder „hervorragend“ markieren die Höchstnote. |
| Auffassungsgabe | Sie erfasste auch komplexe Zusammenhänge jederzeit schnell und sicher und entwickelte eigenständig sehr gute Lösungen. | Sehr gute Auffassungsgabe: „ausgezeichnet“, „jederzeit schnell und sicher“. |
| Einsatz und Belastbarkeit | Sie zeigte stets außerordentliche Einsatzbereitschaft und Eigeninitiative und war auch bei hohem Arbeitsaufkommen jederzeit voll belastbar. | „Stets“ plus „außerordentlich“ oder „größtes Engagement“ steht für die Höchstnote. |
| Arbeitsweise | Sie arbeitete stets äußerst sorgfältig, selbständig und zuverlässig und behielt auch bei hohem Arbeitsaufkommen jederzeit die Übersicht. | Sehr gute Arbeitsweise: „äußerst sorgfältig“, „größte Sorgfalt“, dazu „stets“. |
| Arbeitserfolg | Ihre Arbeitsergebnisse lagen in Qualität und Menge stets weit über unseren Erwartungen. | Sehr guter Arbeitserfolg: Ergebnisse „stets weit über den Erwartungen“. |
| Führung | Sie führte ihr Team stets zielorientiert und mit großer Überzeugungskraft, motivierte es zu sehr guten Leistungen und genoss jederzeit volle Anerkennung. | Sehr gute Führung: Team stets motiviert, sehr gute Ergebnisse, volle Anerkennung. |
| Gesamturteil zur Leistung | Sie hat die übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt. | Höchste Stufe der Zufriedenheitsformel: „stets“ plus „vollste“. |
| Verhalten | Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kolleginnen und Kollegen sowie Kundinnen und Kunden war stets vorbildlich. | „Stets vorbildlich“ ist die Höchststufe, Vorgesetzte stehen vorn. |
Die Sätze sind für eine Frau formuliert; im Auftrag passen wir Anrede, Pronomen und bei Zwischenzeugnissen die Zeitform an. Jede Zeile gibt es in mehreren Varianten, damit nicht jedes Zeugnis gleich klingt.
Was eine Eins glaubwürdig macht
Superlative überall, aber keine Übertreibung. „Stets“, „außerordentlich“, „hervorragend“ und „in jeder Hinsicht“ gehören zur Eins. Drei Superlative in einem Satz wirken dagegen bemüht und lassen Personaler stutzen.
Konkrete Aufgaben und Erfolge. Eine Eins überzeugt, wenn die Tätigkeitsbeschreibung zeigt, wofür sie vergeben wurde: Verantwortung, Projekte, Fortbildungen. Eine Liste mit drei allgemeinen Aufgaben neben lauter Superlativen passt nicht zusammen. Wie Sie Aufgaben formulieren, steht unter Tätigkeitsbeschreibung.
Verhalten in der richtigen Reihenfolge. Vorgesetzte zuerst, dann Kolleginnen und Kollegen, bei Kundenkontakt die Kunden. „Stets vorbildlich“ ist die übliche Formel für sehr gut.
Eine Schlussformel, die zur Note passt. Zur Eins gehört das Bedauern über den Weggang, der Dank für die sehr gute Zusammenarbeit und Wünsche mit „weiterhin viel Erfolg“. Fehlt das Bedauern, liest man eher eine Zwei. Die Varianten stehen unter Schlusssatz.
Typische Fehler beim Formulieren einer Eins
| Fehler | Was er bewirkt |
|---|---|
| „zur vollsten Zufriedenheit“ ohne „stets“ | ver.di liest noch sehr gut, viele Ratgeber nur gut |
| „stets vorbildlich“ beim Verhalten, aber „einwandfrei“ gegenüber Kunden | ein Bereich fällt auf die Drei ab |
| Lob für Pünktlichkeit oder Fleiß | wirkt, als gäbe es sonst nichts zu loben |
| Schluss ohne Bedauern | passt eher zu Note 2 |
| Eins ohne konkrete Aufgaben und Erfolge | wirkt unglaubwürdig, gerade bei kurzer Beschäftigung |
Ein vollständiges Zeugnis in Note 1 zeigt das Muster eines Kfz-Mechatronikers unter Arbeitszeugnis Muster. Die Stufe darunter steht unter Note 2, alle Stufen nebeneinander unter Formulierungen nach Note.
Zeugnis in Note 1 fertig bekommen
Sie tragen Ihre Aufgaben, Erfolge und Fortbildungen ein und wählen Note 1. Das Programm setzt die Bausteine für sehr gut zusammen, achtet darauf, dass sich Steigerungswörter nicht häufen, und liest das Ergebnis wie ein Personaler. Ergibt dieser Gegentest keine Eins, geht nichts raus.
Wenn Ihre Leistung eine Eins trägt und Ihr Chef einen Entwurf erwartet: Stichpunkte eintragen und das Zeugnis mit Erklärblatt bekommen, damit er sieht, dass jeder Satz die Eins hält. Zwei Änderungen sind kostenlos, falls er doch eine Zwei unterschreiben möchte.
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Häufige Fragen
Woran erkennt man Note 1 im Arbeitszeugnis?
Am Gesamturteil „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“ oder „jederzeit außerordentlich zufrieden“, am Verhalten „stets vorbildlich“ und an einer Schlussformel mit Bedauern, Dank und guten Wünschen. Auch die übrigen Bereiche tragen Superlative.
Ist „vollste Zufriedenheit“ nicht falsches Deutsch?
Sprachlich ja, „voll“ lässt sich nicht steigern. In der Zeugnissprache ist „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“ trotzdem die übliche Formel für sehr gut. Wer sie vermeiden möchte, schreibt „Mit ihren Leistungen waren wir jederzeit außerordentlich zufrieden“.
Muss ich eine Eins begründen, wenn ich sie haben möchte?
Wenn es Streit gibt, ja. Nach dem Bundesarbeitsgericht muss der Arbeitnehmer eine bessere Note als befriedigend darlegen und beweisen (9 AZR 584/13). Solange der Arbeitgeber den Entwurf freiwillig unterschreibt, stellt sich die Frage nicht. Das Zeugnis muss aber wahr sein.